Multiples......Ein Tagebuch, nicht nur über eine Krankheit


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Alltag

Schon über eine Woche nichts mehr geschrieben...

Das ist einerseits schlecht, wollte ich doch diese Seiten nicht einschlafen lassen. Andererseits aber auch gut, denn zum Hauptthema dieser Seite gibt es eigentlich grad gar nichts neues zu erzählen.

Die MS lässt mich grad ziemlich in Ruhe - das darf so bleiben. Ich bin nun wieder da angekommen, wo ich vor dem letzten Schub war und auch psychisch habe ich diesen letzten schweren Schub sehr gut und schnell weggesteckt. Soweit so gut!

Seit Montag stecke ich wieder voll drin im Arbeitsalltag und versuche doch es so ruhig als irgend möglich angehen zu lassen. "Irgend möglich" ist ein dehnbarer Begriff...aber ich setze meine Prioritäten und versuche nichts zu machen, was weder wichtig noch für mich in irgendeiner Form gewinnbringend ist.

OK, da ist neben Job, Kindern und Kegel noch das Projekt "Zwei Kleinunternehmen und Ihr Weg ins Internet" welches ich mir komplett an die Backe gebunden habe aber solche Dinge sind es die mich aufleben und weitermachen lassen. DAS macht mir wirklich Spass und lässt mich zeitweise die Zeitbombe in mir vergessen. Naja und wenn nicht das, dann halt die Adventsstimmung welche ich hier gestern im Dekoanfall verbreitet habe oder die Erstellung von Slideshow DVDs und Fotobüchern, als Weihnachtsgeschenke für die liebe Verwandschaft und als Andenken für uns. Alles Dinge mit hoher Priorität direkt hinter der Familie. Dann erst kommt der Job und irgendwo gaaaaaanz weit hinten mein Garten, der noch über und über mit Laub bedeckt, alles andere als winterfertig und mir grad sowas von wurscht ist...jetzt ist es ja eh ständig dunkel, da seh ich auch das Laub nicht mehr

Bei der Auflistung meiner Prioritäten frage ich mich einmal mehr ob es für mich noch richtig wichtig ist zu arbeiten. Die Arbeit macht mir keinen Spaß ist mir nicht (mehr) wichtig und bringt mir unterm Strich nicht viel ein...dafür stresst sie mich umso mehr...

...ich werde diese Frage in diesem Jahr nicht mehr beantworten sondern erstmal nur weiter beobachten wie es mir bekommt. 

 

5 Kommentare 2.12.07 18:31, kommentieren

Ich kann und will grad nicht mehr!

6:15: Aufstehen, schneller Kaffee, Kind wecken, Klamotten rauslegen, ins Bad, der Gatte mach derweil Frühstück.

7:00: Schulfrühstück, noch ein Kaffee, etwas aufräumen, Turnbeutel suchen, Schwimmsachen für den Nachmittag packen.

7:30: DOCH, du brauchst eine Mütze, NEIN, Du brauchst im Dunkeln keine Angst zu haben, JA, Du kannst zur Schule gehen und brauchst nicht gefahren werden...

7:35: Verheultes Kind steht vor der Tür. Nein, sie kann nicht zur Schule gehen, sie hat so Angst. Kompromiss auf die Schnelle: Papa bringt sie bis zur Strasse.

7:45: Aufbruch zur Krankengymnastik, danach zur Arbeit.

9:05: ArbeitsPC ist hochgefahren, die Inbox quillt über und beschert mir jede Menge kurzfristige Aktionen, zwischendrin schmeisst meine Chefin mit weiterem kurzfristigen..insgesamt ist alles sehr wuselig und schwer überschaubar.

12:15: Kurze Essenspause, dann wird weiter gewuselt, geschrieben organisiert.

14:35 - 15:00: Fahrt nach Hause, immer mit Blick auf die Uhr - ich bin knapp dran.

15:00: Eigentlich will ich nur mal eine halbe Stunde aufs Sofa, ich bin kaputt! Statt dessen trinke ich schnell einen Kaffee und weiter gehts... 

15:10: Kind zum Englischunterricht fahren, etwas einkaufen, etwas lesen im kalten Auto, auf Kind warten - nach Hause fahren lohnt nicht.

16:30: Kind zum Probeschwimmen in die Schwimmhalle fahren.

17:00: Kind schwimmt, ich trinke Kaffee, führe Smalltalk mit anderen Müttern.

17:45: Vollbekleidet und entsprechend schwitzend dem Kinde in der Schwimmbaddusche die Haare gewaschen und zum zügigen anziehen motiviert...Doch, die Haare müssen wirklich trocken gefönt werden und wenn der Hunger noch so groß ist.

18:15: Zu Hause. Kind zieht einen Schlafanzug an, ich mache Abendbrot und nochmal Nachschlag und nochmal Nachschlag - schwimmen macht hungrig.

19:30: Kind liest mir was vor, ich schlafe fast ein, wir kuscheln noch etwas berreden den Tag.

20:00: Feierabend...

...hab ich gedacht und gehofft aber nicht wirklich erwartet.

20:05: Das allabendliche Drama vor dem mir schon fast graute begann

"Ich hab sooooooo Angst" brüllte es aus dem Kinderzimmer.

Wovor, warum und überhaupt. Sie kann es mir nicht sagen.

Kaputt wie ich bin habe ich eben einen kleinen Nervenzusammenbruch bekommen. Meine Große hat mich aus dem Zimmer geschoben und aufs Sofa verfrachtet, redet seitdem beruhigend und gleichzeitig energisch auf sie ein....Das wäre doch eigentlich meine Aufgabe

 

Heute ist erst Tag1 von der Woche in der der Gatte durch gleich zwei Länder reist - ich muss alleine durch diese Woche, bin ich schon oft auch über längere Zeiträume. Aber ich brauche irgendwann, nach 14 Stunden Daueraktion auch mal einen Feierabend verd****** nochmal - ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr zur Verfügung von irgend jemanden stehen - es reicht jetzt für heute!!!

20:20: Ich geh mal hoch, nehm die Große in den Arm, lös sie ab und wirke dann energisch, beruhigend, mutmachend auf meine Kleine ein...

 
Nachtrag 21:15
: Nachdem ich meiner Tochter vermittelt habe, dass es

 - A: gar keine Geister gibt und selbst wenn
 - B: ich sie mit einer Bratpfanne aus dem Haus prügle, sollten sie sich hertrauen

hat sie sich bepieselt vor Lachen und scheint nun tatsächlich zu schlafen

Ich dann auch gleich... Somit ist dieser Tag geschafft

 

10.12.07 20:24, kommentieren

Ein Jahresabschluß?

Nein, das wird jetzt kein langwieriges Lamenti über dieses ach so schreckliche 2007...wirklich nicht.

 

Wobei: So ein heftiges Jahr hatte ich tatsächlich noch nie und ich dachte ich hätte schon einiges durch. OK, Jahresrückblicke und Zusammenfassungen gibts um dieses Zeit überall, dann mach auch ich es, aber wirklich nur kurz fürs Protokoll, versprochen

  • März/April: Diagnoseschub MS
  • Mai: Diagnose Prostatakrebs bei meinem Vater
  • Juni: OP bei meinem Dad
  • Juli: Meine Mutter stirbt
  • August: MS Schub bei mir
  • August: Urlaub auf dem Bauernhof direkt nach Krankenhaus und Kortidröhnung
  • Oktober: Ein traumhafter Wellness Kurzurlaub mit meinem Mann 
  • November: der bisher schwerste MS Schub bei mir
  • Dezember: Alles Bestens - Die Krankengymnastik tut mir richtig gut; Wir haben nochmal schnell zwei Kinderzimmer renoviert, ich habe ganz kurz einen vor den Bug bekommen, gleich eingesehen, dass ich es übertrieben habe und artig einen halben Gang zurückgeschaltet (dann waren die Zimmer ja auch fertig )
  • Weihnachten: Völlig stressfrei und erschreckend harmonisch verlebt

Ich habe fertig für dieses Jahr, eingepackt und abgeschlossen. Es gab schon bessere Jahre. Es gab aber auch und nur das zählt, schon Zeiten die ich psychisch deutlich schlechter verkraftet habe.

Gestern habe ich mir von einer Bekannten sagen lassen, dass ich über meine MS und den Umgang damit nicht lachen darf, denn schliesslich ist das "nicht lustig".

PÜH, ich will und werde mir das Lachen doch nicht nehmen lassen - ich denk gar nicht dran! 

27.12.07 18:27, kommentieren

*AGRL*

Jetzt muss ich mal grad fluchen.

Muss das nun zum endgültigen Jahresabschluss noch sein?

 Blasenentzündung von jetzt auf gleich so richtig schön heftig...

...Super das!

 

Aber wenigstens arbeitgeberfreundlich

 

3 Kommentare 31.12.07 14:17, kommentieren


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